Titel und Anredeformen in Deutschland

Titel in DeutschlandDie Verwendung einer falschen Anredeform ist einer der peinlichsten Fauxpas, der Ihnen in Deutschland unterlaufen kann. Die angesprochene Person kann verärgert oder sogar beleidigt reagieren. Umsicht und gute Umgangsformen werden sich bezahlt machen und sind sicherlich anzuraten, wenn Sie etwas bei Ihrem Gegenüber erreichen möchten.
Normalerweise handelt es sich bei Ihren Gesprächspartnern um Herrn Walther oder Frau Jürgens. Aber stellen Sie sich vor, Ihr Gegenüber ist plötzlich ein Baron oder eine Prinzessin. Wissen Sie, wie die Anredeformen in diesem Fall lauten?
In Deutschland haben sich die Anredeformen im Laufe der Zeit geändert. Die Anrede „Fräulein“ wird nicht mehr verwendet. Und auch wenn die Anredeform „Herr Magister“ in Österreich üblich ist, wird ein Lehrer in Deutschland nicht mehr mit „Herr Studienrat“ angesprochen.

Akademische Grade

Der akademische Grad „Doktor“ ist Teil des Namens, und zwar unabhängig davon, auf welchem Gebiet dieser Grad erworben worden ist. Dr. Karin Schmitt wird als „Frau Doktor Schmitt“ angesprochen. Eine Ausnahme von der Regel tritt dann ein, wenn der Gesprächspartner Ihnen mitteilt, dass er oder sie nur mit ihrem/seinem Namen angesprochen werden möchte. In diesem Fall sagen Sie „Frau Schmitt“.
Besitzt jemand mehrere akademische Grade, wird nur der höchste Grad genannt. Prof. Dr. Klose sprechen Sie mit „Herr Professor Klose“ an. Auch hier gibt es Ausnahmen: Anwälte, Staatsanwälte und Geschäftsführer von Unternehmen werden mit ihrem Nachnamen angesprochen.

Amts- und Berufsbezeichnungen

Sprechen Sie Personen an, die eine politische Funktion innehaben, werden diese nicht mit ihrem Namen, sondern mit ihrer Amtsbezeichnung angesprochen. Eine(n) Bürgermeister(in) sprechen Sie daher mit der Anrede „Herr Bürgermeister“ oder „Frau Bürgermeisterin“ an. Bundestagsabgeordnete sprechen Sie mit „Herr Abgeordneter“ oder „Frau Abgeordnete“ an. Haben Sie direkten Kontakt mit dieser Person, können Sie den Nachnamen verwenden. Minister, Senatoren, Staatssekretäre und Ministerpräsidenten werden mit der Bezeichnung des von ihnen bekleideten Amts angesprochen: „Herr Senator“ oder „Frau Staatssekretärin“.
Einen Botschafter sprechen Sie mit „Herr Botschafter/Frau Botschafterin“ an oder mit „Exzellenz“.

Adelstitel

Adel verpflichtet - „noblesse oblige“ - auch zu guten Umgangsformen. Adelstitel sind Teil des Nachnamens. Sprechen Sie eine adlige Person an, sollten Sie auch den Adelstitel verwenden. Sie nennen erst den Titel und anschließend den Nachnamen. Der Namenszusatz „von“ und „Herr“ oder „Frau“ wird weggelassen. Zum Beispiel: „Graf von Soden, darf ich Ihnen ein Glas Wein anbieten?“ ist die richtige Anredeform.

Adelstitel und Anredeformen:

  • Baron/Baronin
  • Freiherr/Freifrau
  • Graf/Gräfin
  • Fürst/Fürstin
  • Prinz/Prinzessin   

Die akademischen Titel werden vor dem Adelstitel genannt:
Dr. Alina Gräfin von Sonnenstein wird mit „Doktor Gräfin von Sonnenstein“ angesprochen.


TipWie verhalten Sie sich, wenn Sie die korrekte Anredeform nicht mehr wissen? Dann fragen Sie Ihren Gesprächspartner, wie er oder sie angesprochen werden möchte.

Wünschen Sie weitere Informationen zu den Anredeformen in Deutschland oder haben Sie eventuelle Fragen oder Anmerkungen?

Rufen Sie Anne Kewitsch für ein unverbindliches Gespräch an oder senden eine E-Mail.

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